Bissen Brot holen, daß ihr euer Herz stärkt; danach mögt ihr weitergehen; wozu wäret ihr sonst bei eurem Knecht vorbeigekommen? Und sie sprachen: Tu so, wie du geredet hast! Da eilte Abraham ins Zelt zu Sarah und sagte: Nimm schnell drei Maß Mehl, Weizengrieß, knete und mache Kuchen! Und Abraham lief zu den Rindern und nahm ein Kalb, zart und gut, und gab es dem Knecht; und der beeilte sich, es zuzubereiten.” Da kommt Gott persönlich zu Abraham und isst mit ihm Kalbfleisch und Menschen lehnen sich auf wie immer und wollen den Anweisungen Gottes keine Folge leisten. Da mag Gott noch so häufig sagen: Du sollst und der Mensch sagt: Ich will.

Daniel wird dann häufiger als Vegetarier hingestellt, Daniel 1, 8 u. 12: “Aber Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der Tafelkost des Königs und mit dem Wein, den er trank, unrein zu machen; und er erbat sich vom Obersten der Hofbeamten, daß er sich nicht unrein machen müsse ... Versuche es doch zehn Tage (lang) mit deinen Knechten, daß man uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken gebe!” Es gibt keine genaueren Angaben für die Gründe Daniels. Entweder war es unreine Speise, die nicht den Vorschriften von 3. Mose 11 entsprachen (siehe hierzu unseren Artikel über unreine Speisen) oder es war Götzenopferfleisch. Jedenfalls war Daniel kein Vegetarier, wie aus Kapitel 10, 2 – 3 hervorgeht: “In jenen Tagen trauerte ich, Daniel, drei volle Wochen. Köstliche Speise aß ich nicht, und weder Fleisch noch Wein kamen in meinen Mund; und ich salbte mich nicht, bis drei volle Wochen um waren.”

Johannes der Täufer aß Heuschrecken; Matthäus 3, 4: “Er aber, Johannes, hatte seine Kleidung von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber waren Heuschrecken und wilder Honig.”

Jesus aß Fisch, Johannes 21, 9 – 12: “Als sie nun ans Land ausstiegen, sehen sie ein Kohlefeuer liegen und Fisch daraufliegen und Brot. Jesus spricht zu ihnen: Bringt her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Da ging Simon Petrus hinauf und zog das Netz voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig, auf das Land; und obwohl es so viele waren, zerriß das Netz nicht. Jesus spricht zu ihnen: Kommt her, frühstückt!...” Würde Gottes Sohn, der Erlöser der Menschheit, seinen eigenen Jüngern Fisch anbieten, wenn sie doch nur vegetarisch leben sollten? Carsten Peter Thiede schreibt in seinem Buch: “Geheimakte Petrus” auf Seite 49f: “Gepökelter Fisch vom See Genezateth, zubereitet in Migdal/Magdala, war im ganzen Römischen Reich berühmt. Bei aller Anstrengung des Broterwerbs verstand man es, gut zu leben. Überall waren die Synagogen nicht nur Anlaufstätten für die Gottesdienste, sondern auch Gemeindezentren, in denen man gut aß und trank und feierte. Die ausgedehnten Synagogen-Festtafeln, bei denen die Vielfalt der lokale Produkte auf den Tisch kam, scheinen gelegentlich überhand genommen zu haben. Jesus, der keineswegs gutes Essen und Trinken ablehnte und sein erstes Wunder mit der Verwandlung von Wasser zu Wein bei einem galiläischen Hochzeitsbankett vollbrachte, und der noch nach der Auferstehung, wieder in Galiläa, Freude am gebratenen Fisch hatte (Johannes 21, 1 – 9), kritisierte nicht die Fröhlichkeit des gemeinsamen Genießens, sondern nur die Heuchelei jener, die in der Synagoge die Frommen spielten und sich als Geistliche ihren Lebensstil am gleichen Ort auf Kosten anderer gönnten (Markus 12, 38 – 40). Am großen Festmahl, das Levi-Matthäus in seinem Privathaus gab – nicht in der Synagoge - , ehe er sich Jesus anschloss, nahm er teil, auch wenn das die Kritik der von ihm angegriffenen Heuchler hervorrief (Lukas 5, 29 – 32).”

Wie selbstverständlich wird bei besonderen Anlässen auch im Neuen Testament Fleisch angeboten, Lukas 15, 22 – 23: “Der Vater aber sprach zu seinem Sklaven: Bringt schnell das beste Gewand heraus und zieht es ihm an und tut den Ring an seine Hand und Sandalen an seine Füße; und bringt das gemästete Kalb her und schlachtet es, und laßt uns essen und fröhlich sein.”

Gegen dieses freudige Feiern mit Wein, Fisch und Fleisch gab es immer Widerstand. So auch bei den Kolossern, so dass Paulus ihnen schreiben musste, Kolosser 2, 16 – 17: “So richte euch nun niemand wegen Speise und Trank oder betreffs eines Festes oder Neumondes oder Sabbats, ...” Die aus dem Griechentum und der griechischen Philosophie kommenden Personen, die mit den Kolosser Christen in Kontakt gekommen waren, wollten den Nachfolgern Jesu das richtige Feiern der Feste Gottes verbieten und machten ihnen Vorschriften bezüglich Essen und Trinken. Dagegen schritt Paulus ein. Christen können diese Feste nicht im Sinne Gottes feiern, wenn sie sich vegetarischen Regeln unterwerfen sollen.

Strikt und deutlich wurde er in seinem ersten Schreiben an Timotheus, Kapitel 4, 1 – 7: “Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in den späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten, durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind, die verbieten, zu heiraten, und (gebieten), sich von Speisen zu enthalten, die Gott geschaffen hat zur Annahme mit Danksagung für die, welche Glauben und die Wahrheit erkennen. Denn jedes Geschöpf Gottes ist gut und nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung genommen wird;

   

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