sind und alle in der Wolke und im Meer auf Mose getauft wurden und alle dieselbe geistliche Speise aßen und alle denselben geistlichen Trank tranken; denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der (sie) begleitete. Der Fels aber war der Christus. An den meisten von ihnen aber hatte Gott kein Wohlgefallen, denn sie sind in der Wüste hingestreckt worden. Diese Dinge aber sind als Vorbilder für uns geschehen, damit wir nicht nach Bösem gierig sind, wie jene gierig waren.” Die Beschreibung Israels als ein Vorbild wird von Paulus noch weiter geführt aber diese Stellen zeigen schon, wie wichtig eine Kenntnis des AT ist. Jesus hatte schon sein Volk durch die Wüste geführt und ihnen Gebote gegeben, an die sie sich halten sollten, um nicht den Kontakt zu ihm zu verlieren. Paulus ist davon nicht abgewichen. An die Römer schreibt er in Kapitel 13, 8: “Seid niemanden irgend etwas schuldig, als nur einander zu lieben! Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn das: “Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren”, und wenn es ein anderes Gebot (gibt), ist in diesem Wort zusammengefasst: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Die Erfüllung des Gesetzes ist also die Liebe.” Krass ausgedrückt: wer das Gesetz abschafft schafft die Liebe ab und spricht, argumentiert und lebt gegen Jesu Willen.

 

Paulus benutzt das wunderbare Gleichnis vom Ölbaum in Kapitel 11, um zu zeigen, dass das Leben in Christus nicht von den Wurzeln des AT abgeschnitten ist. Die aus den Nationen von Gott hinzugerufenen Menschen werden als wilde Ölbaumzweige bezeichnet, die in den kultivierten Ölbaum eingepfropft werden müssen. Ihre Wurzeln sind nicht mehr die des Heidentums und seiner Religionen und Traditionen, sie bekommen neue Wurzeln und die sind im AT begründet. Wer sich neben diesen Ölbaum stellt mit eigenen Wurzeln, ist von dem richtigen Ölbaum abgeschnitten und baut sich seine eigene Religion und missachtet die oben zitierte Warnung des Paulus in 1. Korinther 10.

 

Paulus schreibt an Timotheus in seinem zweiten Brief in Kapitel 3, 16: “Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet.” Welche Schrift meint wohl Paulus? Zu seiner Zeit gab es nichts anderes als das AT. Wie aus den wenigen Schriftstellen schon ersichtlich, kann kein ernsthafter Christ ohne das AT auskommen. Das Neue Testament allein ist kein Ersatz dafür, sondern baut auf dem AT auf und daher muss jede Person, die in Gott gegründet sein will, eine fundierte Kenntnis des AT haben.

 

Jesus selbst sagt, Matthäus 5, 17: “Meint nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.” Da dieser Vers für viele ein Dorn im Auge ist wegen der sich daraus ergebenden Konsequenzen, musste er zwangsläufig umgedeutet werden. So wird argumentiert, dass Jesus das Gesetz erfüllt hat und damit haben die Christen nichts mehr mit dem Gesetz zu tun. Allein diese Logik ist schon nicht nachvollziehbar. Das griechische Wort “pleroo” bedeutet soviel wie “auffüllen” oder “voll machen” und wird in diesem Vers im Sinne von “vervollständigen” gebraucht. Jesus war also gekommen, nicht das Gesetz aufzuheben, sondern die Bedeutung des AT zu vervollständigen. Nur so ergibt dieser Vers einen Sinn im Licht der nachfolgenden Bergpredigt. In ihr erklärt Jesus die Aussagen des AT und vertieft das Verständnis. Hätte er das Gesetz erfüllt im Sinne einer Abschaffung, wären diese nachfolgenden Erklärungen völlig überflüssig gewesen.

 

Warum also haben wir ein etwas anderes Verständnis als das traditionelle Christentum? Weil die Bibel dies zwingend erforderlich macht. Wir können uns nur dann ernsthaft als Christen bezeichnen, wenn wir die ganze Bibel ernst nehmen.

 

Hausgemeindetreff

von Hans-Erwin Schotten

   

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