Warum wir anders über Gottes Wort denken

von Hans Erwin Schotten

 

 

Meine Frau beschäftigt sich schon seit über vierzig Jahren mit der Bibel und ich seit dreißig. Ich habe hier bewusst “Bibel” geschrieben, weil wir uns nicht nur auf einige Teile des Neuen Testamentes zurückgezogen haben, um unseren Glauben zu untermauern, wie dies heute leider unter vielen der Fall ist, die da meinen, sie wären Nachfolger Jesu Christi. Wir dagegen sind der Auffassung, dass die ganze Bibel erst die rechte Erkenntnis und Einsicht bringen kann. Sich nur ein paar “Powersätze” aus dem Wort Gottes herauszunehmen bringt nicht nur einen einseitigen und falschen Blick auf Jesus und Gott den Vater, sondern birgt auch die große Gefahr, sich eine eigene Religion aus ein paar Aussagen der Bibel und anderer Quellen zusammenzustellen. Dies mag für die Gegenwart sehr verlockend sein, ist aber biblisch gesehen falsch und wird von Jesus Christus und Gott dem Vater immer wieder kritisiert.

 

Wer unvoreingenommen – zugegebener Maßen ist dies schwer – die Bibel vom ersten Kapitel an liest und sie ernst nimmt, wird auch erkennen, dass es keinen Bruch zwischen dem Alten und dem Neuen Testament gibt. Der so häufig zitierte Paulus lebt und denkt aus dem Alten Testament heraus. Er hätte seine Briefe nie ohne die umfassende Kenntnis des Alten Testamentes  (AT) schreiben können. Im Römerbrief gibt es über vierzig direkte Zitate aus dem AT. Allein was die Apostelgeschichte über diesen Mann zu berichten weis, ist schon sehr aufschlussreich. Wenn Paulus etwas Grundsätzliches gegen das AT gehabt hätte, warum beschnitt er dann den Timotheus, Apostelgeschichte 16, 3: “Paulus wollte, daß dieser mit ihm ausziehe, und er nahm und beschnitt ihn um der Juden willen, die in jenen Orten waren; denn sie kannten alle seinen Vater, daß er ein Grieche war.”? Warum legte er dann noch ein Gelübde ab, Kapitel 18, 18: “Nachdem aber Paulus noch viele Tage dageblieben war, nahm er Abschied von den Brüdern und segelte nach Syrien ab und mit ihm Priszilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen, denn er hatte ein Gelübde.”? Wenn Paulus von den Festtagen des AT nichts mehr gehalten hat, warum wollte er dann unbedingt zu Pfingsten in Jerusalem sein, Kapitel 20, 16: “... Denn Paulus hatte sich entschlossen, an Ephesus vorbeizufahren, damit er nicht veranlaßt würde, in Asien Zeit zu versäumen; denn er eilte, um, wenn es ihm möglich wäre, am Pfingsttag in Jerusalem zu sein.”? Allerdings liest man nichts davon, dass er Weihnachten und Ostern gefeiert hat. Er bezahlte sogar die Opfergaben für ein paar Landsleute von ihm, Kapitel 21, 23: “Tu nun dies, was wir dir sagen: Wir haben vier Männer, die ein Gelübde auf sich (genommen) haben. Diese nimm zu dir und reinige dich mit ihnen und trage die Kosten für sie, damit sie das Haupt scheren lassen! Und alle werden erkennen, daß nichts an dem ist, was ihnen über dich berichtet worden ist, sondern daß du selbst auch zum Gesetz stehst und es befolgst ... Dann nahm Paulus die Männer zu sich, und nachdem er sich am folgenden Tag gereinigt hatte, ging er mit ihnen in den Tempel und kündigte die Erfüllung der Tage der Reinigung an, bis für einen jeden von ihnen das Opfer dargebracht war.” Selbst nach seiner Bekehrung und Beauftragung durch Jesus, das Evangelium zu den Nationen zu bringen, bezeichnete er sich weiterhin als Pharisäer, Kapitel 23, 6: “Da aber Paulus wußte, daß der eine Teil von den Sadduzäern, der andere aber von den Pharisäern war, rief er in den Hohen Rat: Ihr Brüder, ich bin ein Pharisäer; wegen der Hoffnung und der Auferstehung der Toten werde ich gerichtet.” Paulus war nicht ein Pharisäer und hat sich als solcher nicht mehr nach seiner Bekehrung bezeichnet, sondern er verstand sich weiterhin als einer. Er betont sogar, dass er sich nicht gegen das Gesetz ausgesprochen oder es übertreten hat, Kapitel 25, 8: “... da Paulus sich verteidigte: Weder gegen das Gesetz der Juden, noch gegen den Tempel, noch gegen den Kaiser habe ich in irgendeiner Weise gesündigt.”

 

Die Reihe könnte noch fortgesetzt werden aber die aufgeführten Bibelstellen zeigen schon deutlich genug, dass Paulus aus dem AT heraus lebte und argumentierte. Wer diesen Hintergrund nicht kennt oder verleugnet, kann die Aussagen des NT nicht im richtigen Licht wahrnehmen. Eine gute Kenntnis des AT ist unbedingt erforderlich. So schreibt Paulus im ersten Korintherbrief in Kapitel 10 “Denn ich will nicht, daß ihr in Unkenntnis darüber seid, Brüder, daß unsere Väter alle unter der Wolke waren und alle durch das Meer hindurchgegangen

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