war ihm nicht entgangen, dass die Christen mutig und stark waren, ebenso dürfte ihre Sittlichkeit, Disziplin und ihr Gehorsam dem Kaiser nicht entgangen sein. Ihre Lehrer hatten ihnen die Unterwerfung unter die zivilen Gewalten gelehrt und als ein absoluter Herrscher konnte Constantin daraus nur Vorteile für sich ziehen. Dazu war er auch ein guter Menschenkenner und wußte mit den Bischöfen in dieser Hinsicht klug umzugehen. Er gab ihnen richterliche Gewalt in ihren Diözesen, gewann sie mit großzügigen Geschenken – er kannte wohl Sprüche 18,16: “Das Geschenk eines Menschen schafft ihn weiten Raum ...” -, baute mehere Kirchen, förderte ihr Ansehen und ihre Position, gab ihnen Grundbesitz und mehrte ihr Reichtum. Mit solchen korrumpierenden Maßnahmen gewann er die Bischöfe für sich und natürlich auch deren Schäfchen. Vor Constantin gab es keine einheitliche Kirchenverwaltung und keine Zentralleitung.

 Eine, die Einheit des Christentums in Frage stellende Streitigkeit, mußte allerdings noch aus dem Weg geräumt werden. Es gab mehrere solcher Probleme wie das der Donatisten aber eines erwies sich als besonders bedrohlich und bedurfte des Eingreifens des Kaisers, wollte er seine Absicht, eine starke Zentralkirche zu haben, nicht aufgeben..

Entstanden war dieses Problem in Alexandria in Ägypten. Diese Stadt war ein Zentrum der damaligen Gelehrsamkeit. Hier hatte schon Philo gewirkt und versucht, die hebräischen Schriften mit Hilfe der Allegorie mit der griechischen Philosophie in Einklang zu bringen. Die dort lebenden Juden erwiesen sich überhaupt als besonders gelehrige Schüler von Plato und sie brachten es sogar fertig, eine doch etwas durchsichtige Schrift, die klar Platos Handschrift trug, als die große Weisheit ihres Königs Salomo auszugeben.

Das Christentum war von dieser ansteckenden Seuche des Synkretismus bis Origines (185 – 254), der ebenfalls in Alexandria lebte, so ziemlich verschont geblieben. Aber Plato schien doch auf die Dauer unwiderstehlich zu sein. Seine philosophische Theologie wirkte anziehend. Er hatte sich schon Gedanken über die erste notwendige Ursache des Weltalls gemacht und konnte nicht verstehen, wie die einfache Einheit die unendliche Mannigfaltigkeit zulassen konnten und wie ein unkörperliches Wesen mit seiner Hand ein solches Universum schaffen konnte. So schuf er sich eine Dreigötterwelt der ersten Ursache, der Vernunft und des Logos. Die Fragen nach der Beschaffenheit, der Zeugung und des Unterschiedes und der eventuellen Gleichheit der drei göttlichen Wesen, die sich aus diesem Geheimnis  der Trias oder Dreieinigkeit ergaben ,wurden in den alexandrinschen Schulen, auch in den christlichen, intensiv diskutiert. Das es dabei unterschiedliche Auffassungen gab, sollte als Selbstverständlichkeit betrachtet werden. Die beiden Hauptkontrahenten waren Athanasius und Arius und Constantin konnte nicht einfach zusehen, wie hier die Einheit des Christentums auf dem Spiel stand und er seine benötigte einheitliche Zentralkirche in Gefahr sah.

Arius lehrte, dass Christus nicht wesensgleich mit dem Schöpfer sei, er wurde vielmehr als das höchste erschaffene Wesen betrachtet und der Heilige Geist war noch weniger Gott. An den Ideen Arius läßt sich das Weiterleben der platonischen Ideen gut ablesen. Constantin wurde von den heftigen Streitigkeiten unterrichtet und mahnte die Parteien zur “Ruhe der Philosophen” und den Streit nicht in die Öffentlichkeit treten zu lassen. Seine Antwort zeigt seine Interessenlosigkeit an diesen religiösen Fragen und sein einziges Bemühen, nämlich durch eine geschickte Religionspolitik zentrale Einheit herzustellen.  Die Ermahnungen des Kaisers fanden bei den philosophisch-theologischen Kontrahenten kein besonderes Gehör und der ganze Orient wurde von dem Streit mitgenommen. So musste Constatin handeln. Er berief das erste ökomenische Konzil ein. Alle Bischöfe sollten sich 325 n. Chr. in Nicäa einfinden, einem kleinen Örtchen in der Nähe seiner Hauptstadt. Wieder ging er sehr geschickt vor. Reise, Unterbringung und Verpflegung für alle Bischöfe samt dem ganzen Gefolge wurden vom kaiserlichen Hof bezahlt und die Kost war keineswegs spärlich. Da der Streit sich nur auf den Osten der Kirche ausgedehnt hatte, waren nur wenige Bischöfe aus dem Westen angereist. Für sie hatte dieser Streit keine Bedeutung und somit sahen sie keine Notwendigkeit für das Konzil.

Die Verhandlungen wurden im kaiserlichen Palast durchgeführt und Constantin hatte den Vorsitz für sich reserviert. Es geschah nichts gegen den kaiserlichen Willen. Er mäßigte die hitzigen Auseinandersetzungen und griff zu seinen Gunsten in die Debatten ein und bestimmte den Ablauf. Athanasius machte klar, dass die Position des Arius gleichbedeutend mit der Einführung des Polytheismus wäre und gab gleichzeitig zu, dass es schwer sei, sich drei Wesenheiten in einem Gott vorzustellen. Er war das Sprachrohr seines damaligen Bischofs Alexander auf dem Konzil und wird dessen Nachfolger.  Das am Schluß der Debatte aufgestellte Glaubensbekenntnis, das berühmte Nicäamische Glaubensbekenntnis sollte eigentlich das Konstantinische heißen, wurde dann nur von zwei Bischöfen und Arius nicht angenommen. Alle anderen fügten sich der sanften Gewalt des Kaisers. Die Abtrünnigen

   

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