Die Politisierung und Instrumentalisierung des Glaubens –

Constantin u. Nicäa

von Hans Erwin Schotten

 

Das vierte Jahrhundert war eine Zeit der Wirren. Politisch war das römische Reich aufgeteilt unter mehreren Caesaren, die ihren Machtbereich verbissen verteidigten oder sogar versuchten auszudehnen.

Religiös gab es keine Einheit. Es gab viele religiöse Gruppierungen und der Versuch Diocletians, das Christentum durch Verfolgung bedeutungslos zu machen, war gescheitert. In dieser Zeit der Unruhen und Uneinheitlichkeit wurde Flavius Valerius Constantinus geboren. Er war der illegitime Sohn des Constantius und dessen Konkubine Helena, einer Kellnerin, die er verlassen musste, als er Caesar wurde. Sein Sohn Constantin erhielt keine umfassende Bildung, dafür erlernte er sehr früh das Kriegshandwerk und zeichnete sich durch seinen Mut in den Kriegszügen in Ägypten und Persien aus. Er kämpfte zusammen mit seinem Vater in Britannien, dort starb auch Constantius und dessen Soldaten riefen Constantin zum Caesar aus. Eigentlich wollten sie ihn zum Augustus, also Kaiser, machen aber dies soll er abgelehnt haben, weil dies Krieg mit den anderen Caesaren bedeutet hätte, den er zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich nicht gewinnen konnte. So musste er taktisch anders vorgehen. Die Wirren nahmen weiter zu. Flavius Licinius wurde zum Augustus benannt, da konnte Constantin nicht hintenanstehen und gab sich selbst diesen Titel. Neben den beiden gab es noch vier andere und somit herrschten sechs Augusti und der Krieg unter den Herrschern war nicht mehr zu vermeiden. Constantin ging wohl am raffiniertesten vor. Er marschierte nach Marseille und beseitigte seinen Widersacher Maximian. Als nächstes war Maxentius dran. Dazu marschierte Constantin nach Rom und es kam zu der berühmtem Schlacht am Tiber. Maxentius kämpfte unter dem mithaistisch-aurelianischen Banner der Unbesiegbaren Sonne, Constantin unter dem Banner mit dem Buchstaben X, einem Längstrich mit Halbkreis und deutete dies als christliches Zeichen. In seinem Herr war auch eine große Anzahl Christen und die Anhänger des Mithraskultes in seinem Heer störte dies Zeichen nicht, für sie hatte es Ähnlichkeit mit ihrem eigenen Lichtkreuz. Constantin ging als Sieger aus dieser Schlacht hervor und zog in Rom ein. Somit gab es zwei Augusti weniger. So endete das Jahr 312 n. Chr. Constantin traf sich zu Beginn des nächsten Jahres mit seinem Rivalen Licinius in Mailand. Jetzt ging es um die Unterstützung des Volkes. Beide erließen das Edikt von Mailand und den Christen wurden ihre Besitztümer wiedergegeben, die sie in den vorausgegangenen Verfolgungen auch unter Constantin verloren hatten. Licinius bekämpfte die restlichen Widersacher im Osten und jetzt kam es nur noch darauf an, wer der geschicktere Kriegsherr sein würde. Constantin übernahm die Initiative. Er marschierte in das von Licinius beherrschte Gebiet ein und schlug ihn. Daraufhin machte Licinius einen enormen Fehler. Er nahm wieder die Verfolgung der Christen auf und spielte damit einen Großteil seiner Untertanen in die Hände seines Gegners und gab ihn einen Grund, gegen ihn vorzugehen. Die Gelegenheit bot sich schnell. Grenzvölker vielen in das Gebiet von Licinius, der nicht gegen sie vorging. Constantin nahm die Gelegenheit war und schlug die Eindringlinge und blieb in dem Gebiet. Licinius protestierte und beide stellten ein Heer auf. Licinius verlor, wurde begnadigt aber später hingerichtet und Constantin war 324 n. Chr. Alleinherrscher.

Constantin erwies sich als Herrscher mit Ehrgeiz, kein blauäugiger Pazifist. Er plante seine Schachzüge bis ins kleinste Detaile und wußte, wie er seine Ziele erreichen konnte. Ihm eine bewußte Religiösität zu zugestehen, die ihm noch vor seinen Herrschaftsansprüchen ging, wäre falsch. Er benutzte die Religion für seine Ziele, war aber nicht in erster Linie religiös. Als es zweckmäßig  war, ließ er seine Frau töten und als es ihm richtig erschien, spielte er sich als Beschützer des Christentums auf, das er vorher verfolgt hatte. Um es sich aber nicht mit seinen heidnischen Untertanen zu verderben, ließ er weiterhin Münzen mit dem Symbol des Sol invictus, des unbesiegbaren Sonnengottes, prägen und bestimmt für ihn einen Anbetungstag, den Sonntag, der alle sieben Tage gefeiert werden sollte. Weiterhin fungierte er auch noch als pontifex maximus des römischen Kultus, ordnete Auspizien an und baute nebenbei die christliche Staatskirche auf. Dieser Mann tat nichts ohne Berechnung und Überlegung. Ihm ging es in erster Linie um eine starke Zentralmacht und dafür brauchte er eine starke Zentralkirche.

Constantin war natürlich nicht entgangen, dass sämtliche Verfolgungen der Christen fehlgeschlagen waren und dass das Christentum trotz dieser Maßnahmen immer stärker wurde. Es

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