Seid so wie die Beröer

von Hans Erwin Schotten

 

 

 

Paulus ist unterwegs mit Silas. Sie waren in Thessalonich und mussten von dort nachts fliehen, weil es einen Aufruhr gab und als nächstes machten sie sich auf den Weg zu der achtzig Kilometer entfernten wohlhabenden Stadt Beröa mit einer größeren jüdischen Kolonie in Südmazedonien. Wie es die Gewohnheit des Paulus war, ging er in die Synagoge und predigte das Evangelium. Von seinem Empfang und der Reaktion der Juden dort heißt es in der Apostelgeschichte, Kapitel 17, 10: “Die Brüder aber sandten sogleich in der Nacht sowohl Paulus als Silas nach Beröa, die gingen, als sie angekommen waren, in die Synagoge der Juden. Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte.”

An diesen beiden Versen ist so einiges bemerkenswert. Was kennzeichnet die Bereitwilligkeit der Beröer?  Das Wort bezeichnet keinen blinden Eifer um einer Sache willen, sondern sie nahmen die Botschaft des Paulus bereitwillig auf, nachdem sie den Inhalt einer Prüfung unterzogen hatten. Das Wort bezeichnet nicht eine bloße Einwilligung, sondern eine bewußte Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der Thematik. Es geht nicht um das blinde Akzeptieren, sondern um die bewußte eigene Verarbeitung. Ist diese Art der Bereitwilligkeit heute noch bei Christen vorhanden? Setzen sie sich noch mit dem Gesagten und Geschriebenen bewußt auseinander und überprüfen alles oder schlucken sie das Vorgesetzte? Wie ist es mit ihnen? Sind sie theologiegläubig oder forschen sie in Gottes Wort eigenständig, um festzustellen, was der Bibel gemäß ist oder was mehr einer philosophischen Spekulation entspringt?

Weiterhin wird von den Beröern gesagt, dass sie alles untersuchten. Hier wird es in dem Sinne von ausforschen und ausfragen verwandt. Sie haben den Paulus nicht nur einfach reden lassen und sind danach zufrieden oder auch nicht nach Hause gegangen, sondern sie haben Paulus viele Fragen gestellt, um seiner Botschaft auf den Grund zu gehen. Diskussion und Dialog prägten die Situation nicht ein Monolog. Ist das heute in den christlichen Gemeinden auch noch der Fall? Viele christliche Organisationen sind hierarchisch und autoritär und würden einen solchen Versammlungsstil nicht zulassen.

Wann untersuchten die Beröer die Schriften? Der Text sagt täglich. Wie viele Christen sind heute noch bereit, sich täglich mit Gottes Wort intensiv auseinanderzusetzen? Immer wieder kommt das Argument, man hätte keine Zeit, dabei leben wir in einer Gesellschaft, die noch nie so viel Freizeit hatte. Es ist wohl nicht eine Frage der Zeit, sondern der Prioritäten? Was ist wichtiger ist die Frage und da entscheiden sich selbst Christen gegen die Beschäftigung mit der Bibel.

Was untersuchten die Beröer täglich? Die Schriften, damit ist in diesem Fall das Alte Testament gemeint denn das Neue Testament gab es noch nicht. Die beiden Briefe des Paulus an die Thessalonischer gelten neben dem Jakobusbrief als die frühesten Schiften des Neuen Testaments. Paulus kam aber gerade erst aus Thessalonich und konnte diese Briefe noch nicht geschrieben haben. Die Beröer forschten im Alten Testament und fanden dort die Aussagen des Paulus bestätigt. Forschen heute noch Christen im Alten Testament? Kaum wird dieser Teil der Bibel beachtet. Würden Christen die Eigenschaften der Beröer beständig an den Tag legen, so würden sie vieles Gelehrte als schlichtweg unbiblisch und falsch erkennen und ablehnen. Da sie dies nicht tun, kann ihnen alles mögliche erzählt werden und sie schlucken es unbesehen. Eine kritische und eigenständige Beschäftigung mit theologischen und philosophisch-christlichen Aussagen ist sehr wichtig. Stimmen sie mit der Bibel überein, entsprechen sie dessen Geist und Absicht? Christen haben schon viel zu viel Falsches akzeptiert. Es wird Zeit, dass sie die Einstellung der Beröer täglich praktizieren.

 

 

Hausgemeindetreff

Hans-Erwin Schotten

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