Jeremia in Kapitel 17, 9 sagen: Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es. Wer kennt sich mit ihm aus? Ich, der Herr, (bin es), der das Herz erforscht und die Nieren prüft, und zwar um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Taten.” Trügerisch  im Sinne von uneben und höckerig. Da es als unheilbar beschrieben wird, kann es auch im Sinne von krank beschrieben werden. Kein Mensch ist in der Lage das menschliche Herz zu heilen. Es gibt keine Medizin, keine Philosophie, Ideologie oder Weltanschauung, die dies vollbringen könnte. Dazu ist ein göttlicher Heiler notwendig.

Jesus Christus sieht den Menschen nicht anders. Wer sich der Vorstellung hingegeben hat, dass sich mit dem Neuen Testament alles verändern und verbessern würde, wird durch Jesus selbst eines anderen belehrt. Jesus sagt in Markus 7, 21: “Denn von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit; alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen.” Das Wort “bösen” von “den bösen Gedanken” bezeichnet einen Menschen, der böse in sich selbst ist und als solcher anderen Böses zufügt. Das zweite “böse” in Verbindung mit Dinge bezeichnet die Wirkung des Bösen nach außen. Das erste ist ein Zustand und das zweite beschreibt die Auswirkungen dieses Zustands, sobald es in Gedanken und Handlungen umgesetzt wird. Jesus stimmt also mit seiner Beschreibung des Menschen mit der des Alten Testament überein.

Ist Paulus mit seinem Herrn auf einer Linie in diesem Punkt? Er schreibt in 1. Timotheus 1, 15: “Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin.” Paulus bezeichnet sich hier als jemanden, der das Ziel in der Beziehung zu Gott verfehlt hat, dabei war er doch voll davon überzeugt, dass er auf dem richtigen Pfad war, wie er den Galatern in Kapitel 1, 13 schrieb: “Denn ihr habt von meinem früheren Verhalten im Judentum gehört, daß ich die Gemeinde Gottes über die Maßen verfolgte und die zu vernichten suchte und im Judentum mehr Fortschritte machte als viele Altersgenossen in meinem Volk; ich war ja für meine (überkommenen) väterlichen Überlieferungen in viel höherem Maße ein Eiferer.” Im Brief an die Philipper beschreibt Paulus sich folgendermaßen, Kapitel 3, 5: “Beschnitten am achten Tag, vom Geschlecht Israel, vom Stamm Benjamin, Hebräer von Hebräern; dem Gesetz nach ein Pharisäer; dem Eifer nach ein Verfolger der Gemeinde; der Gerechtigkeit nach, die im Gesetz ist, untadelig geworden.” Untadelig bedeutet, dass Paulus sich selbst als jemanden gesehen hat an dem nichts auszusetzen ist, was seinen Wandel vor Gott angeht. Eigentlich konnte er mit sich selbst ganz zufrieden sein. Er dachte, er kannte Gott aus seinen vielen Studien des Alten Testaments und der jüdischen Tradition. Er war ein Experte in den rabbinischen Lehren. So konnte er sich nur als untadelig sehen.  Seine eigene Blindheit gaukelte es ihm vor, so von sich zu denken. Was hat eine Einstellungsänderung bei Paulus bewirkt? Römer 7, 7: “Was sollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durch Gesetz. Denn auch von der Begierde hätte ich nichts gewußt, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: “Du sollst nicht begehren.” Die Sünde aber ergriff durch das Gebot die Gelegenheit und bewirkte jede Begierde in mir; denn ohne Gesetz ist die Sünde tot. Ich aber lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf; ich aber starb. Und das Gebot, das zum Leben (gegeben), gerade das erwies sich mir zum Tod. Denn die Sünde ergriff durch das Gebot die Gelegenheit, täuschte mich und tötete mich durch dasselbe. So ist also das Gesetz heilig und das Gebot heilig und gerecht und gut. Ist nun das Gute mir zum Tod geworden? Das sei ferne! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde erschiene, indem sie durch das Gute mir den Tod bewirkte, damit die Sünde überaus sündig würde durch das Gebot. Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleischlich, unter der Sünde verkauft; denn was ich vollbringe, erkenne ich nicht; denn nicht, was ich will, das tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus. Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so stimme ich dem Gesetz bei, daß es gut ist. Nun aber vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht. Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. Ich finde also das Gesetz, daß bei mir, der ich das Gute tun will, (nur) das Böse vorhanden ist. Denn ich habe nach dem inneren Menschen Wohlgefallen am Gesetz Gottes. Aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft

   

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