Die Fußwaschung und ihre Bedeutung

                                 von Hans Erwin und Magdalena Schotten

 

In Johannes 13, 1 – 5 wird die Fußwaschung durch folgende Worte eingeleitet: “Vor dem Passahfest aber, als Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen war, aus der Welt zu dem Vater hinzugehen – da er die Seinen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende. Und bei einem Abendessen, als der Teufel schon den Judas, Simons (Sohn), dem Iskariot, es ins Herz gegeben hatte, daß er ihn überliefere, steht (Jesus) – im Bewußtsein, daß der Vater ihm alles in die Hände gegeben und daß er von Gott ausgegangen war und zu Gott hingehe – von dem Abendessen auf und legte die Oberkleider ab; und er nahm ein leinenes Tuch und umgürtete sich. Dann gießt er Wasser in das Waschbecken und fing an, die Füße der Jünger zu waschen und mit dem leinenen Tuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.” Jesus war sich darüber im klaren, dass sich die Stunde seines Leidens und der Kreuzigung näherte, dass er sterben, auferstehen und zu seinem Vater zurückkehren würde, Kapitel 17, 11: “Und ich bin nicht mehr in der Welt, und diese sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater!...” Weiterhin heißt es, dass Jesus seine Jünger geliebt hatte, wie er auch in Kapitel 14, 21 sagte: “Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werden ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren.”  Ähnlich äußert er sich in Kapitel 15, 9: “Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!” Das “geliebt hatte” in Vers 1 bedeutet so viel wie die Ausrichtung des Willens an das Sich-Freuen an etwas oder jemanden. Johannes macht am Anfang klar, dass Jesus sich über seine unmittelbar bevorstehende Situation im klaren war und dass er seine Jünger liebte. In dieser Einführung, in dieser Liebe ist auch der Schlüssel für die folgenden Verse, in denen die Fußwaschung beschrieben wird, zu sehen. Im Vers 2 wird  mitgeteilt, dass die Fußwaschung bei einem Abendessen stattfand. Es war nicht vor dem Essen, nicht beim Betreten des Hauses und nicht nach dem Essen. Üblich war die Fußwaschung beim Betreten des Hauses, wie Jesus auch bemängelte, dass er bei einer Einladung zu einem Mahl eben kein Wasser angeboten bekommen hatte, Lukas 7, 44: “Und sich zu der Frau wendend, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet.” Üblich und traditionell wäre es gewesen, wenn der Hausherr beim Betreten des Hauses Wasser für die Füße bereitgestellt hätte, da diese durch Staub schmutzig geworden waren. Abraham verhielt sich so in 1. Mose 18, 4 als Jesus und zwei seiner Begleiter ihn besuchten: “Man hole doch ein wenig Wasser, dann wascht eure Füße, und ruht euch aus unter dem Baum!” In diesem Fall wurde Wasser zur Verfügung gestellt und nicht gesagt, dass Abraham selber die Füße der Gäste gewaschen hat. Mit einer gewöhnlichen Fußwaschung als Teil der Begrüßung von Gästen hatte die Handlung Jesu in dem Saal, in dem er mit seinen Jüngern versammelt war, nichts zu tun außer dass beide Handlungen denselben Namen tragen aber inhaltlich liegen sie weit auseinander. Die eine fand bei der Begrüßung an der Haustür statt, die andere in einem Saal beim Essen. Die erste Handlung hatte nichts mit Demut zu tun, ob die zweite diesen Aspekt in sich trägt, bleibt noch zu sehen. In Vers 2 wird dann noch etwas mitgeteilt, das signalisiert, hier ist eine Einheit gestört. Judas, Simon Iskariot, hatte andere Gedanken als Jesus. Jemand hatte ihn gedanklich auf eine andere Fährte gesetzt und dieser jemand wird mit dem Namen “Teufel” eingeführt. Das griechische Wort diabolos kommt von dia (durch) und ballo (werfen) und bezeichnet jemanden, der in böser Absicht anklagt und ohne jeden Grund Entzweiung hervorruft. Er ist gegen die Einheit und möchte am liebsten immer alles durcheinander bringen durch Anklage und Entzweiung. In diesem Sinne wird Judas selber als diabolos bezeichnet, Kapitel 6, 70: “Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt? Und von euch ist einer ein Teufel. Er sprach aber von Judas, dem (Sohn) des Simon Iskariot; denn dieser sollte ihn überliefern, einer von den Zwölfen.” Judas handelte in böser Absicht und der Teufel hatte ihn diese Gedanken in sein Herz gelegt. In Vers 2 heißt es “gegeben hatte”. Wiederum ist es das Wort ballo in der Bedeutung von hineinwerfen. Es steht im Partizip Perfekt und bezeichnet im Griechischen eine abgeschlossene Handlung der Vergangenheit, deren Ergebnisse in der Gegenwart noch existieren. Der Teufel hatte dem Judas Gedanken eingegeben, die noch wirksam in ihm waren und ihn dazu verleiteten Jesus den jüdischen Autoritäten auszuliefern und zu übergeben. Jesus war dieses nicht verborgen, er kannte diese Absicht Judas. Jesus war klar, das seine Stunde gekommen war und er zum Vater zurückkehren

würde, dass Judas ihn verraten würde und in Vers 3 wird auch gesagt, dass es ihm bewußt

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