hinterher die Zweige absuchen, für den Fremden, für die Waise und für die Witwe soll es sein. Wenn du in deinem Weinberg Lese hälst, sollst du nicht hinterher Nachlese halten. Für den Fremden, für die Waise und für die Witwe soll es sein.” Es gab keine genaue Anweisung, wieviel sie stehen lassen sollten, das lag im Ermessen jedes Israeliten. Frei waren sie auch in der Entscheidung in welchem Umfang sie armen Mitbewohnern helfen sollten, Kapitel 15, 7: “Wenn es einen Armen bei dir geben wird, irgendeinen deiner Brüder in einem deiner Tore in deinem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt, dann sollst du dein Herz nicht verhärten und deine Hand vor deinem Bruder, dem Armen nicht verschließen. Sondern du sollst ihm deine Hand weit öffnen und ihm willig ausleihen, was für den Mangel ausreicht, den er hat ... Willig sollst du ihm geben, und dein Herz soll nicht böse sein, wenn du ihm gibst. Denn wegen dieser Sache wird der Herr, dein Gott, dich segnen in all deinem Tun und in allem Geschäft deiner Hand.” Dies ist eine Stelle, die Paulus in seiner Argumentation mit aufnehmen wird. Sie zeigt Freiwilligkeit aber doch Verpflichtung. Nicht jeder lebt nur für sich selbst, sondern soll auch auf seinen Nächsten achten. Eine Stelle, die ebenfalls gerne mißbraucht wird, ist die folgende, Kapitel 16, 16: “Dreimal im Jahr soll alles bei dir, was männlich ist, vor dem Herrn, deinem Gott, erscheinen an der Stätte, die er erwählen wird, am Fest der ungesäuerten Brote und am Fest der Wochen und am Fest der Laubhütten. Und man soll nicht mit leeren Händen vor dem Herrn erscheinen: jeder nach dem, was seine Hand geben kann, nach dem Segen des Herrn, deines Gottes, den er dir gegeben hat.”  Diese Stelle wird oft als Beweis herangezogen, dass Christen an den Festen Gottes mit einer vollen Brieftasche erscheinen und großzügig  den Opferkorb füllen sollen. Wie schon oben erwähnt, geht es nicht um Geldgaben. Gott ist an seinen heiligen Festtagen nicht an unseren Erfindungen interessiert. Er möchte Opfer aus seiner eigenen Schöpfung aber kein bedrucktes Papier oder gestanzte Metallstücke. Man sollte die Feste Gottes nicht dazu mißbrauchen, die eigenen Geschäfte zu machen und zu fördern. Dazu kann man die ganz gewöhnlichen Wochentage benutzen, so wie Paulus es auch getan hat. Neben dem Zehnten, den die Leviten erhalten sollten zu ihrem Lebensunterhalt und für den sie hart arbeiten mußten, sollten die Israeliten Opfer geben für die Armen, Witwen und Waisen und zu den Festen. Der nächste Schritt in der Entwicklung dieses Themas ist der hin zu Jesu Zeiten und seine Auffassung zum Zehnten und zu den Opfern.

Da dieses Thema in den Lehren Jesu immer wieder auftaucht, möge jeder Leser sich ein umfassenderes Bild in den Evangelien verschaffen. Hier werden nur einige Stellen exemplarisch hervorgehoben. Jesus bestätigt die Zahlung des Zehnten an den Tempel, Matthäus 23, 23: “Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr verzehntet die Minze und den Dill und den Kümmel und habt die wichtigeren Dinge des Gesetzes beiseite gelassen: das Recht und die Barmherzigkeit und den Glauben, diese hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen.” Zu Jesu Zeiten erfüllten die Leviten noch ihre Aufgabe im Tempel und sollten weiterhin für ihren Dienst versorgt werden. Allgemein zum Geben äußerte sich Jesus so, Lukas 6, 38: “Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, gedrücktes und gerütteltes und überlaufendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn mit demselben Maß, mit dem ihr meßt, wird euch wieder gemessen werden.” Anknüpfend an die Prinzipien des Alten Testaments sagt Jesus in Matthäus 25, 35: “Denn mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir zu trinken; ich war Fremdling, und ihr nahmt mich auf; nackt, und ihr bekleidetet mich; ich war krank, und ihr besuchtet mich; ich war im Gefängnis, und ihr kamt zu mir.” So auch in Kapitel 10, 42: “Und wenn jemand einem dieser Geringen nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt in eines Jüngers Namen, wahrlich, ich sage euch, er wird seinen Lohn gewiß nicht verlieren.” Jesus hält sich in der Lehre über Zehnten und Opfer an seine eigene Aussage in Kapitel 5, 17: “Meint nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen, ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel.” An diesen allgemeine Aussage zur Gültigkeit des AltenTestaments hat sich auch Paulus in seiner Argumentation gehalten, wie an einigen seiner schriftlichen Äußerungen dargestellt werden soll.

   

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