Schafft Paulus in seinem Brief an die Kolosser das Gesetz, den

                    wöchentlichen Sabbat und die jährlichen Feste ab?

                                        Eine Anmerkung zu Kolosser 2, 14 – 17

                                                     von Hans-Erwin Schotten

 

Viele Theologen und in den Lehren ihrer jeweiligen Denomination interessierte Bibelleser verstehen diesen Text als eine klare und eindeutige Abschaffung des Gesetzes und der Feste Gottes inklusive des wöchentlichen Sabbats. Daher sollten wir uns diesen Text nochmals ansehen.

Die Schriftstelle lautet: “Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, (den) in Satzungen (bestehenden), der gegen uns war, und ihn auch aus (unserer) Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte, er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm hat er den Triumph über sie gehalten. So richte euch nun niemand wegen Speise und Trank oder betreffs eines Festes oder Neumondes oder Sabbats, die ein Schatten der künftigen Dinge sind, der Körper (selbst) aber ist des Christus.”

Viele haben den Ausdruck “Schuldschein” als das Gesetz des Mose verstanden und so ausgelegt, dass das gesamte Gesetz an das Kreuz genagelt wurde und für uns belanglos ist. Somit wären auch die Feste Gottes für Christen nicht von Bedeutung. Was also wurde an das Kreuz genagelt? Was meint Paulus mit Schuldschein? Meint er das Gesetz?

Das griechische Wort “nomos” für Gesetz wird 197 mal im Neuen Testament gebraucht. Im Kolosserbrief dagegen kein einziges Mal. Wenn Paulus über das Gesetz reden würde, hätte er mehrmals den Begriff “nomos” verwandt, er benutzte aber “cheirographon” für Schuldschein, somit wird er etwas anderes gemeint haben. So ist es auch mit dem Ausdruck “tois dogmasin”, der hier mit Satzungen übersetzt wurde. Meint Paulus damit die Torah oder etwas anderes, wenn er das Wort “nomos” ansonsten in diesem Brief nicht gebraucht? Paulus benutzte die griechische Übersetzung (LXX oder Septuaginta) des Alten Testaments und wenn er sich an dieser Stelle darauf bezogen hätte, dann würden wir dort das Wort “dogma” für Gesetz finden. Dies ist nicht der Fall. Also hat Paulus sich nicht auf das Gesetz bezogen. Den Ausdruck “cheirographon tois dogmasin” hat Paulus nicht aus dem Alten Testament, er muss ihn von außerbiblischen Quellen übernommen haben. Was hat Paulus den Kolossern geschrieben? Er sagt ab Vers 10: “.. und ihr seid in ihm zur Fülle gebracht. Er ist das Haupt jeder Gewalt und jeder Macht. In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist, (sondern) in Ausziehen des fleischlichen Leibes, in der Beschneidung des Christus, mit ihm begraben in der Taufe, in ihm auch mit auferweckt durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat. Und euch, die ihr tot wart in den Vergehungen und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, hat er mit lebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat. Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, (den) in Satzungen (bestehenden), der gegen uns war, und ihn auch aus (unserer) Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte.” Schuldschein in Satzungen ist ein juristischer Ausdruck benutzt im griechisch-römischen Rechtssystem. Als solchen verstanden ihn seine Leser und Zuhörer. Der Ausdruck: “Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, (den) in Satzungen (bestehenden), der gegen uns war” und der Ausdruck: “und ihn auch aus (unserer) Mitte fortgeschafft” stammen beide aus dem griechisch-römischen Rechtssystem. Paulus benutzt hier die juristische Sprache seiner Zeit und wollte damit zeigen, wie Gott gesetzlich mit unseren Sünden umgegangen ist, auf keinen Fall wie Gott mit dem Gesetz umgegangen ist. “Cheirographon” ist ein Buch, in dem Vergehen aufgezeichnet wurden. Die Mitte ist das Zentrum des Gerichtssaales, wo der Ankläger saß. Im Kolosserbrief heißt dies soviel wie, dass das Buch mit unseren aufgezeichneten Sünden uns angeklagt und von Christus entfernt wurde. Was also ans Kreuz genagelt wurde, war nicht das Gesetz, die Festtage, der Sabbat oder gar das Alte Testament, sondern die Aufzeichnung unserer Sünden. Paulus will den Kolossern klar machen, dass sie keine Gewalten und Mächte zur Unterstützung brauchen, Gott und Jesus Christus haben ihnen vergeben. Sie brauchten sich über ihre vergangenen Sünden keine Gedanken zu machen, sie sind ausgelöscht. Paulus schreibt nichts über das Gesetz und wie kann die Abschaffung des Gesetzes überhaupt unsere Sünden vergeben? Somit können die Verse 14 und 15 nicht als Beweis zur Abschaffung des Gesetzes herhalten.

Wie aber sieht es mit der Abschaffung der Festtage und Sabbate in den Versen 16 und 17

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