Passah

 

Bei dem folgenden Text handelt es sich um einen Auszug aus Epistula Apostolorum, um 150 n. Chr. geschrieben. Das dort erwähnte Passah wurde weiterhin von Christen am 14. Nisan gehalten. Das Zitat stammt aus: “Das Neue Testament und Frühchristliche Schriften. Klaus Berger und Christiane Nord, Frankfurt am Main, 1999, Seite 997: “Wenn ihr dann meines Tods gedenkt, das ist das Passah. Dann wird man einen von euch um meines Namens willen ins Gefängnis werfen. Er wird sehr betrübt und bekümmert sein, daß ihr das Passah feiert, während er im Gefängnis sitzt und nicht mit euch feiern kann. Er wird sehr traurig darüber sein. Dann werde ich meine Kraft in Gestalt eines Engels Gabriel senden, und die Tore des Gefängnisses werden sich öffnen. Er wird herauskommen und zu euch kommen, um die Nachtwache mit euch zu verbringen und bei euch zu bleiben. Wenn dann der Hahn kräht und ihr die Gedächtnisfeier für mich und mein Liebesmahl beendet habt, wird man ihn wieder ins Gefängnis werfen.

 

Eine weitere Quelle ist Melito von Sardes: Passah - Homilie um 160 n. Chr. Wieder zitiert nach Klaus Berger, Seite 1261: “Nun begreift also,  ihr Lieben: Es geht um etwas, das zugleich neu und alt, ewig und zeitlich, vergänglich und unvergänglich, sterblich und unsterblich ist. Das Geheimnis des Passah war alt, denn es steht im Gesetz. Es ist neu, denn es betrifft Jesus, Gottes Wort. Es geschah in der Zeit, weil es ein Entwurf, ein Modell von etwas Künftigem war. Es ist ewig, denn dadurch schenkt Gott seine Gnade. Es war vergänglich in dem Augenblick, in dem der Schafbock geschlachtet wurde. Es ist unvergänglich, weil Gott so Leben gibt. Es ist unsterblich, weil es jetzt Auferstehung von den Toten gibt.

 

Eusebius (260-340 n. Ch.) schreibt einiges über den Passahstreit in seiner Kirchengeschichte. Die dort vorgestellten Kontrahenten sind Bischof Viktor von Rom und Bischof Polycrates von Ephesus. Viktor will das Passah auf Ostersonntag verlegen und Polycrates will es weiterhin am 14. Nisan feiern. Viktor war nicht zimperlich und drohte mit Ausschluß. Der Bischof von Ephesus antwortete ihm: “Jene alle haben das Passah am 14. gehalten, sowie es im Evangelium geschrieben steht, sie sind in keinem Punkt abgewichen, sondern sind im Glauben geblieben. Und auch ich, Polycrates, der geringste unter euch, handle gemäß der Tradition meiner Vorfahren ... Meine Vorfahren haben immer diesen Tag gehalten, an dem die Menschen das Gesäuerte entfernt haben.”

Eusebius, Church History, 5, 24, 6, Nicene and Post-Nicene Fathers, eigene Übersetzung

 

 

Polycarp, Bischof von Smyrna und Schüler des Apostels Johannes war um 154 n. Chr. in Rome, um u.a. mit Bischof Anicetus über das Passah zu sprechen. Eusebius berichtet:

“Und als der gesegnete Polycarp in Rome war, zur Zeit des Anicetus und sie geringe unterschiedliche Meinungen über verschiedene Angelegenheiten hatten, schlossen sie sofort

Frieden miteinander und wollten über diese Dinge nicht streiten. Anicetus konnte Polycarp nicht überreden, weiterhin nicht zu feiern, was dieser schon immer mit Johannes, dem Schüber des Herrn gefeiert hatte, so auch die anderen Apostel, mit denen er zusammentraf. Auch konnte Polycarp Anicetus nicht überreden, den Gewohnheiten des Presbyter vor ihm zu folgen.” Eusebius, Church History, Nicene and Post-Nicene Fathers, 5, 24, 16, eigene Übersetzung.

 

Kaiser Kontantin beendete den Streit über das Passah auf dem Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) politisch ohne Rücksicht auf das biblische Fundament. Er als heidnischer Kaiser wollte eine Religion frei von jeglichem jüdischen Einfluß und sein Schreiben ist ein Ausfluß des Hasses, den er gegen die Juden hegte und Motivation der Änderung, mit biblischen Prinzipien hatte dies wahrlich nichts zu tun. Eusebius schreibt über die Ausführungen Kaiser Konstantins: “Bei dieser Zusammenkunft wurde über den höchst heiligen Tag Ostern diskutiert und die Lösung kam durch einmütiges Urteil aller Anwesenden zustande, dass das Fest von allen und überall am selben Tag begangen werden sollte. Denn was könnte ehrwürdiger für uns sein, als dass das Fest, von dem wir unsere Hoffnung auf Unsterblichkeit haben, durch alle gleich gehalten wird gemäß einer festgelegten Ordnung? Zuerst einmal ist es unwürdig, dass wir in der Feier dieses höchst heiligen Festes den Gewohnheiten der Juden folgen sollten, die ihre Hände mit vielen Sünden beschmutzt haben und es daher verdienen, dass ihre Seelen mit Blindheit geschlagen werden. Es steht in unserer Macht, ihre Gewohnheiten aufzugeben und den Brauch durch eine neue Ordnung für die Zukunft fortzusetzen, die wir vom ersten Tag des Leidens bewahrt haben. Laßt uns daher nichts mit der verachtenswerten jüdischen Masse zu tun haben, da wir durch unseren Erlöser einen anderen Weg empfangen haben. Ein legetimierter und ehrenhafter Weg liegt für unsere höchst heilige Religion vor uns. Geliebte Brüder laßt uns einmütig diesen Weg annehmen und laßt uns nicht teilhaben an ihrer Niederträchtigkeit. Ihre Prahlerei, dass wir von uns aus ohne ihre Weisung bezüglich dieser Dinge, keine Macht haben, ist absurd. Wie sollten sie zu einem vernünftigen Urteil kommen, da sie, die mörderische Schuld auf sich geladen haben durch die Tötung unseres Herrn, nicht durch Vernunft, sondern durch unkontrollierte Leidenschaft geleitet werden und beeinflußt sind durch jeden Impuls des verrückten Geistes, der in ihnen ist? Bezüglich dieses Punktes wie auch bei anderen haben sie keine Vorstellung von der Wahrheit und deshalb, weil sie unwissend sind bezüglich der Änderung in dieser Angelegenheit feiern sie manchmal Ostern zweimal im Jahr. Warum sollten wir denjenigen folgen, die bekanntermaßen schwerwiegend irren? Wir werden mit Sicherheit nicht zustimmen, zweimal im Jahr dieses Fest zu feiern. Sollten diese Gründe nicht ausreichen, so ist es eure Pflicht gemäß eurer Klugheit durch beständiges Beten nach der Reinheit eurer Seelen zu streben, damit sie nicht durch die Übereinstimmung mit den Gewohnheiten dieser bösen Menschen besudelt werden. Wir müssen auch beachten, dass ein widersprechendes Urteil in einer so wichtigen Angelegenheit und betreffend eines solchen religiösen Festes, falsch ist. Unser Erlöser hat uns ein Fest zur Erinnerung an den Tag unserer Erlösung gegeben, ich meine den Tag seines Leidens und er wollte, dass die Katholische Kirche eins sein sollte, deren Mitglieder, die weit verstreut aber doch eines Geistes sind durch den Willen Gottes.”

Eusebius, Life of Constantine, 3, 18, eigene Übersetzung

 

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