Psalm 119, Vers 97: “Wie liebe ich dein Gesetz! Es ist mein Nachdenken den ganzen Tag.” Ein Legalist oder Buchstabengläubiger würde nicht auf die Idee kommen, über das Gesetz lange nachzudenken. Für diese Person gilt die Devise: Es steht da also wird es so gemacht. Jesus hat sich gegen diese Art der Sicht sehr stark ausgesprochen wie in Matthäus, Kapitel 23, Vers 23: “Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr verzehntet die Minze und den Dill und den Kümmel und habt die wichtigeren Dinge des Gesetzes beiseite gelassen: das Recht und die Barmherzigkeit und den Glauben ...” Wo sind Recht, Barmherzigkeit und Glaube ein direkter Teil des Gesetzes? Wer nur die Oberfläche und den Buchstaben betrachtet, kann durchaus an diesen Aspekten vorübergehen und sie nicht finden. Wer nur den Buchstaben sieht, wird nicht erkennen, dass Gottes Gesetz Liebe bedeutet, Glauben und Barmherzigkeit verlangt. Jesus verlangt hier nichts anderes als über das Gesetz nachzudenken. Was ist die tiefere Bedeutung hinter dem Buchstaben? So wie Paulus den Spruch mit dem Ochsen als Prinzip darstellte und die Bedeutung für seine Gegenwart klar darlegte. Wir sollten nicht beständig fragen: muss ich das tun und dies halten, sondern wir sollten nach der Bedeutung fragen. So werden wir Gott viel besser verstehen. Matthäus, Kapitel 5, Vers 17: “Meint nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen; sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.” Jesus selbst macht hier klar, dass er die tiefere Bedeutung des Gesetzes klar machen wollte. Seine Absicht war nicht die Abschaffung, sondern unseren Blick zu schärfen, weg von der Oberfläche und hin zur Tiefe. Vers 19: “Wer nun eines dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel. Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen.” Der Ausspruch ist eindeutig: Wer beim Buchstaben stehenbleibt, greift viel zu kurz - Nachdenken ist erforderlich. Der Rest des Kapitels 5 ist mit Beispielen erfüllt, was Jesus meinte mit dem Blick hinter den Buchstaben. Zum Schluß sagt er in Vers 48: “Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.” Er sagt uns damit, dass der Vater von Wesen und Art die Widerspiegelung seines Gesetzes ist.

 

Einige Beispiele, die vom Prinzip her heute noch gültig sind. 5. Mose, Kapitel 22, Vers 1: “Nicht darfs du zusehen, wie das Rind deines Bruders oder sein Schaf umherirrt und dich ihnen entziehen ...” Hier könnte man sagen: ich wohne in der Stadt, damit werde ich nicht konfrontiert. Vom Prinzip her sagt dieser Vers, dass wir eine gewisse Verantwortung für das Eigentum unseres Nachbarn haben und nicht einfach wegschauen können. Vers 5: “Männerzeug darf nicht auf einer Frau sein, und ein Mann darf nicht das Gewand einer Frau anziehen ...” Prinzip: Ein Mann sollte als Mann identifizierbar sein und eine Frau als Frau. Gott wünscht keine Identität von Mann und Frau. Vers 6: “Wenn sich zufällig ein Vogelnest vor dir auf dem Weg findet, auf irgendeinem Baum oder auf der Erde, mit Jungen oder mit Eiern, und die Mutter sitzt auf den Jungen oder auf den Eiern, dann darfst du die Mutter auf den Jungen nicht nehmen. Du sollst die Mutter unbedingt fliegen lassen, die Jungen aber magst du dir nehmen, damit es dir gutgeht und du deine Tage verlängerst.” Prinzip: Ein ökologisches Bewußtsein entwickeln: Zerstören wir unsere Umwelt, zerstören wir uns selbst. Vers 10: Du sollst nicht mit einem Rind und einem Esel zusammenpflügen!” Prinzip: Zwei Menschen, die völlig unterschiedliche Auffassungen haben, sollten keine enge Beziehung zu einander eingehen. Sei es Ehe oder Geschäftsbeziehung. Vers 11: “Du sollst nicht Gewebe von verschiedenartigem Stoff anziehen, Wolle und Leinen zusammen.” Wir wissen, dass Jesu oft in Gleichnissen sprach und er ist derjenige, der die Aufzeichnung des AT veranlaßte. So können wir damit rechnen, dass auch hier einige Gleichnisse sind. Dies könnte eins davon sein. Vielleicht will Gott uns hier sagen, dass wir bei unseren Heiratsplänen Kulturunterschiede und Lebensgewohnheiten mit einbeziehen sollen bevor wir eine Entscheidung treffen. Die Entscheidung sollte zwischen den Individuen allein stattfinden ohne äußere Beeinflussung.

   

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