Ton an. Sie beeinflussen uns wie wir zu denken haben; sie bringen die Sprachregelungen, gegen die keiner Verstoßen darf, da man sonst außen vor steht. Die Medien gängeln uns durch ihre Modekonzeption. Was heute “in” ist, wird schon bald wieder “out” sein. Wer die Änderungen nicht mitmacht, gehört nicht dazu. Alles ist im Fluß, alles ist beliebig; selbst die Religion oder Metaphysik unterliegt dem Konsum. Ein bißchen Esoterik, ein bißchen fernöstliche Weisheit. Jeder mixed sich seinen Cocktail und stellt ihn nach Bedarf wieder neu zusammen. All das findet auf der Ebene des Konsums statt ohne tiefere Wurzeln zu schlagen. Hat jemand eine neue Idee zu offerieren, wird sie integriert, probiert, angepaßt an die eigenen Vorstellungen und beim Auftauchen einer neuen Vorstellung wird das Alte über Bord geworfen. Alles liegt in der subjektiven Beliebigkeit, es gibt nichts Objektives mehr. Wir treiben immer mehr auf den Nihilismus zu, wir haben keine Ahnung mehr. Hinter dem Nihilismus, den kein Einzelner und keine Gesellschaft auf die Dauer ertragen kann, lauert der Wahnsinn.

 

Und unsere Theologen? Einer von ihnen äußerte einmal, dass Deutschland eine geistige Wüste sei, wo nur noch Disteln und Dornen wachsen würden. Da fällt mir Jeremia Kapitel 12, Vers 10 ein: “ Viele Hirten haben meinen Weinberg verdorben, meinen Acker zertreten; sie haben meinen kostbaren Acker zur wüsten Einöde gemacht. Man hat es zur Einöde gemacht; verödet trauert es vor mir. Das ganze Land ist verödet, weil niemand es zu Herzen nahm.” Unser Heimatland ist nicht einfach so zur Wüste geworden, es wurde dazu gemacht. Unsere Theologen haben sich den liberalen Einflüssen hingegeben. Sie passen die biblischen Aussagen und Inhalte der jeweilig vorherrschenden wissenschaftlichen Meinung an und ändern ihre Meinung alle zehn bis fünfzehn Jahre, wenn die Wissenschaften ihre Aussagen ändern. Sie haben das Kulturchristentum soziologisiert und den biblischen Inhalt zur Befreiungsreligion gemacht. Sie haben biblische Aussagen psychologisiert und für den Einzelnen zu einer Therapiereligion gemacht. Sie haben die Bibel den gegenwärtigen Trends angepaßt und zurechtgestutzt. Vielleicht haben sie dabei nicht einmal gemerkt, dass sie damit dem Kulturchristentum den Todesstoß verpaßt haben. Das schwärmerische Christentum ergeht sich in Anomie und bietet auch keinen festen Halt.

 

Mein Volk ist durch so viele Kulturrevolutionen gegangen: die deutsche Klassik, die deutsche Romantik, Bismarks Kulturkampf, der Nationalsozialismus wollte den Menschen revolutionär verändern wie auch der Sozialismus. Zuletzt noch die neo-marxistische Revolution Ende der 60iger Jahre, die sich gegen die bürgerliche Kultur wandte. Und jetzt stehen wir praktisch vor dem Nichts. Die Aufklärung hat uns nicht den besseren Menschen und die bessere Gesellschaft gebracht. Wir gleiten in den Sozialdarwinismus ab.

 

Und wie wird es weitergehen? Ich bin froh, dass Gott mir keine vorausschauenden Gaben gegeben hat, weil sie wohl eine schwere Bürde und fast unerträglich wären. Mir scheint, wir haben zwei Möglichkeiten. Erstens: Der Staat ergreift Maßnahmen, weil er das aufkommende Chaos verhindern will und übernimmt auch die geistige Führung, legt Werte und Religion fest und wird dadurch totalitär oder zweitens: wir werden wieder in den Staatsterrorismus abgleiten wie zur Zeit Hitlers mit noch schrecklicherem Ausgang. Die Offenbarung beschreibt diesen Zustand ausführlich.

 

Mir wäre es lieber, wir würden zu einer biblischen Grundlage finden und ein weises Volk werden wie in 5. Mose 4 beschrieben aber davon sind wir weit entfernt und ich werde um mein Volk wohl weiter trauern müssen.

 

 

Hausgemeindetreff

Hans-Erwin Schotten

   

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