schon wieder ein Dilemma ab. War die frühere Grundlage durch falsche Interpretation

brüchig und unhaltbar geworden, so ist die moderne unbegründet. Auf dieser Grundlage bauten auch die totalitären Theorien des 20. Jahrhunderts auf. Die Rassenlehre der Nationalsozialisten war eine Form der Naturtheorie. Der Marxismus-Leninismus mit seiner Lehre vom Wandel der gesellschaftlichen Formationen und ihrer Naturbedingtheit war ebenfalls eine Naturtheorie. Auch unsere liberale Gesellschaft fußt auf sie. Der Liberalismus geht davon aus, dass der Mensch von Natur aus mit bestimmten Rechten ausgestattet ist und auch mit bestimmten Bedürfnissen. Die Politik hat zur Aufgabe, diese Bedürfnisse zu befriedigen.

 

Diese neue Welt, die die Philosophen der Aufklärung beschrieben haben, sollte nun endlich die Entfremdung des Menschen überwinden - dazu muß man Sünde und Schuldbewußtsein los werden -; es sollte keinen Mangel mehr geben, der Mensch sollte sich selbst bestimmen und zum ersten Mal wirklich als Mensch leben. Hört sich fast paradiesisch an. Nur ist der Mensch ein Wesen, das sich nicht nur auf Natur begründen läßt, gehört nicht zu ihm auch Metaphysik; ein Glaube, der nicht aus der Natur begründet werden kann und der Werte beinhaltet, die mehr sind als Befriedigung von Bedürfnissen? Jedenfalls hat diese Aufklärung uns und unsere Vorfahren weit von der biblischen Grundlage entfernt.

 

Michael Wildt zitiert in seinem Buch “Generation des Unbedingten” Klaus Mann, der als junger Mensch den ersten Weltkrieg erlebte und über die Weimarer Zeit schrieb: “War meine Generation - die europäische Generation, die während des ersten Weltkrieges heranwuchs - unordentlicher oder frivoler, als Jugend es im allgemeinen ist? Trieben wir es besonders liederlich zu zügellos? Die moralisch - soziale Krise, in deren Mitte wir stehen und deren Ende noch nicht abzusehen scheint, sie war doch damals schon in vollem Gange. Unser bewußtes Leben begann in einer Zeit beklemmender Ungewißheit. Da um uns herum alles barst und schwankte, woran hätten wir uns halten, nach welchem Gesetz uns orientieren sollen? Die Zivilisation, deren Bekanntschaft wir in den zwanziger Jahren machten, schien ohne Balance, ohne Ziel, ohne Lebenswillen, reif zum Ruin, bereit zum Untergang ... Von unseren Dichtern übernahmen wir die Geringschätzung des Intellekts, die Akzentuierung der biologisch-irrationanlen Werte auf Kosten der moralisch-rationalen, die Überbetonung des Somatischen, den Kult des Eros. Inmitten allgemeiner Öde und Zersetzung schien nichts von wirklichem Belang, es sei denn das lustvolle Mysterium der eigenen physischen Existenz, das libidinöse Mirakel unseres irdischen Daseins. Angesichts einer Götzendämmerung, die das Erbe von zwei Jahrtausenden in Frage stellte, suchten wir nach einem neuen zentralen Begriff für unser Denken, einem neuen Leitmotiv für unsere Gesänge und fanden den Leib, den elektrischen.” Die Menschen, die die große Katastrophe des Ersten Weltkriegs überstanden hatten, waren oftmals ohne geistige Bindung und Wurzeln, auf der Suche nach einem neuen Halt. Das bürgerliche Christentum hatte versagt, das biblische Christentum war in Vergessenheit geraten.

 

Die Weimarer Republik mit der wohl liberalsten Verfassung der Welt bot keine wertemäßige Orientierung. Dieser liberale Verfassungsstaat wollte die Herrschaft der Menschen über den Menschen durch die Herrschaft des Gesetzes ersetzen. Er wollte individuelle Freiheiten ermöglichen und seine Macht auf den Schutz der Menschen und der Verfassung begrenzen. Leider war dieser liberale Staat nur noch ein wertefreier, leerer Regelmechanismus, der Kräften zur Verfügung stand, die sich seiner bemächtigen wollte und als Instrument seiner Zwecke missbrauchen konnte. Die Nationalsozialisten taten dies. Sie zerstörten den liberalen Staat, nutzten ihn als Machtapparat, zur bürokratischen Kontrolle und zur ideologischen Indoktrination.

 

War Hitler besessen oder nur von bösen Mächten beeinflusst? Die Frage wage ich nicht zu beantworten. Er erinnert mich aber total an die in Offenbarung 13 beschriebene Person. Sie ist eindeutig besessen. War Hitler ein Vorläufer, eine Warnung? Irgendwann wird Gott uns die Antwort geben.

   

   Home   Artikel   Broschüren   Predigt mp3s   Lieder mp3s   Bildergalerie   Kontakt   HGT-Gruppe   Neue Website

  

Hausgemeindetreff - Evangeliumsdienst, Hans-Erwin & Magdalena Schotten, E-Mail: hausgemeindetreff@t-online.de