Warum ich um mein Volk trauere

                                                   von Hans-Erwin Schotten

 

Gerade habe ich Prediger 3, Vers 4 gelesen: “Zeit für Weinen ...” und wenn ich mir den

Zustand meines Heimatlandes ansehe, dann ist mir genau danach zumute. Ich meine damit den geistigen Zustand in unserer Wohlstandsgesellschaft. In 5. Mose 4, Vers 5 heißt es: “Sieh, ich habe euch Ordnungen und Rechtsbestimmungen gelehrt, so wie der Herr, mein Gott mir geboten hat, damit ihr danach handelt mitten in dem Land, in das ihr kommt, um es in Besitz zu nehmen. So bewahrt und tut sie! Denn das ist eure Weisheit und eure Einsicht in den Augen der Völker, die all diese Ordnungen hören. Und sie werden sagen: Ein wahrhaft weises und verständiges Volk ist diese große Nation. Denn wo gibt es eine große Nation, die Götter hätte, die ihr (so) nahe wären wie der Herr, unser Gott, in allem, (worin) wir zu ihm rufen. Und wo gibt es eine große Nation, die (so) gerechte Ordnungen und Rechtsbestimmungen hätte wie dieses ganze Gesetz, das ich euch heute vorlege.” Ich wünschte, so würde es mit meinem Volk sein. Was ist schief gelaufen? Warum ist dies Volk so gerüttelt und geschüttelt worden? Warum so viele gesellschaftliche Veränderungen und Katastrophen? Waren wir einmal christlich und warum eine so schnell fortschreitende Entchristlichung? Fragen, die ich mir immer wieder stelle und durch eine sicherlich lückenhafte Bestandsaufnahme halbwegs zu beantworten suche.

 

Bis zum Kaiser Konstantin, geb. um 285 n. Chr., gestorben 337 n. Chr., war das Christentum eine meistens geduldete manchmal moderat, selten vehement verfolgte Gruppe. Stetig wachsend aber doch relativ klein: In vielerlei Hinsicht hielt sie sich an die Lehren Christi. Mit Konstantin aber änderte sich alles. Er brachte eine große Umwälzung des Christentums bis hin zur Unkenntlichkeit verglichen mit dem Urchristentum. Der judenfeindliche Kaiser schaffte den Sabbat als Ruhetag für die Christen ab und ersetzte ihn durch den dies Solis, unseren Sonntag. Er war immer ein Anbeter des Sol Invictus. Er bestimmte, dass das Passah von seinem ursprünglichen Datum verlegt wurde, er setzte Konzile ein und traf die Entscheidungen in theologisch strittigen Fragen. Er stattete den Klerus mit Reichtum und Besitztümern aus, ließ große Kirchenbauten auf Staatskosten errichten und zwang dem Klerus seinen Willen auf. Konstantin machte aus der kleinen Gemeinschaft der Nachfolger Jesu eine Staatskirche. Man nannte ihn nostrum numen “ Unsere Gottheit”. Das Selbstverständnis, das sich durch Konstantin bei seinen Nachfolgern entwickelte war, dass die Kaiser in Gottes Auftrag handelten, keiner durfte sie kritisieren und sie brauchten keine Rechenschaft abzulegen.

 

Diese totale Veränderung des Christentums bedeutete den Anfang vom Ende seines spirituellen Inhalts. Die einfachen Untertanen wurden bis zum Ende des Mittelalters bevormundet. Sie hatten keine Möglichkeit, eine Bibel zu erwerben, um nachzulesen, was ihnen dort gepredigt wurde, zu arm und oft Analphabeten hinderte sie daran. Ein Zustand, der bis zur italienischen Renaissance dauerte. Erst jetzt und ganz langsam lösten sich die reicheren Teile der Bevölkerung von dieser Bevormundung, doch der angerichtete Schaden war groß. Wer wollte noch den oft so falschen Interpretationen der Bibel durch den Klerus glauben, wo doch die aufkeimenden Wissenschaften Schritt für Schritt die Auslegungen widerlegten. Somit schien die Bibel als Grundlage für ein Leben auszuscheiden. Wie so oft, schüttete man das Baby mit dem Bade aus. Die neue Basis, auf der das aufgeklärte Leben bauen sollte, war das Naturrecht. Rousseau schrieb 1754 in seiner Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen: “O Mensch, aus welcher Gegend du auch stammst, welche Anschauungen immer du hegst, höre mir zu: Dies ist deine Geschichte, so wie ich glaube sie gelesen zu haben - nicht in den Büchern deiner Artgenossen, die Lügner sind, sondern in der Natur, die niemals lügt. Alles, was von ihr ist, wird wahr sein, falsch allein das, was ich, ohne es zu wollen, von mir aus dazugetan habe.” Rousseau träumte von dem freien, unabhängigen Menschen, der unter keiner Herrschaft mehr steht. Es gibt also ein Naturrecht auf Freiheit und Gleichheit des Menschen. Nur die Natur spricht nicht zu uns, sie hat nichts schriftlich niedergelegt und Juristen haben ihre Schwierigkeit damit, dies ins Recht umzusetzen. Auch die Naturwissenschaft gibt uns keine klare Definition. Mit ihr kann man keine Bedürfnisse, Rechte, Ansprüche oder Werte begründen. Hier zeichnet sich

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