Eine etwas andere Einführung in das Neue Testament

                                                    von Hans-Erwin Schotten

 

Wir, in unserer modernen Welt, machen uns keine großen Gedanken über wie wir Informationen behalten können. Wir nehmen uns ein Buch aus dem Regal und schlagen nach, wir schauen ins Internet und finden die gewünschte Information. So war es nicht zur Zeit Jesu. Die große Mehrheit konnte nicht lesen und es gab auch nur wenige Schriftrollen, die viel zu teuer waren für den Durchschnittsmenschen. Also musste das Gedächtnis die Bücher ersetzen. Alles Wichtige wurde gespeichert und wiederholt bis es ein fester Bestandteil im Kopf war.

 

Bevor die ersten Schriftrollen des Neuen Testaments (NT) entstanden, waren schon 25 Jahre seit Christi Tod vergangen. Alle Ereignisse der Zwischenzeit und Jesu Reden waren mündlich weitergegeben worden und fest ins Gedächtnis eingeprägt. Zum Nachschlagen und etwaiger Beweisführung, dass man die Wahrheit sprach, gab es nur das Alte Testament (AT). Alles Gesagte baute auf ihm auf. Sie hatten auch nicht das Verlangen nach etwas Neuem. Ihnen genügte das AT. Dort fanden sie alles, was sie brauchten und ihre Fragen konnten daraus beantwortet werden. Sie kamen nicht auf die Idee, zu ihrer Bibel ein paar Bücher hinzuzufügen genauso wie wir nicht auf diese Idee kommen würden. Die Autoren des NT wollten auch keine neuen Bücher hinzufügen; sie wollten Probleme auf der Basis des AT lösen oder ihre Zeugnisse niederschreiben wie Matthäus. Ein gutes Beispiel ist Apostelgeschichte 8, Vers 26: “Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh nach Süden auf den Weg, der von Jerusalem nach Gaza hinabführt. Der ist öde. Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Äthopier, ein Kämmerer, ein Gewaltiger der Kandake, der Königin der Äthopier, der über ihren ganzen Schatz (gesetzt) war, war gekommen, um zu Jerusalem anzubeten, und er war auf der Rückkehr und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja.” Es ist schon außergewöhnlich, dass ein Ausländer eine Schriftrolle von einem Buch des AT hatte. Vers 29: “Der Geist aber sprach zu Philippus: Tritt hinzu und schließe dich diesem Wagen an! Philippus aber lief hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen und sprach: Verstehst du auch, was du liest? Er aber sprach: Wie könnte ich denn, wenn nicht jemand mich anleitet? Und er bat den Philippus, daß er aufsteige und sich zu ihm setze. Die Stelle der Schrift aber, die er las, war diese: “Er wurde wie ein Schaf zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm stumm ist vor seinem Scherer, so tat er seinen Mund nicht auf. In seiner Erniedrigung wurde sein Gericht weggenommen. Wer aber wird sein Geschlecht beschreiben? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.” Der Kämmerer aber antwortete dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet dies? Von sich selbst oder von einem anderen? Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit dieser Schrift an und verkündigte ihm das Evangelium von Jesus.” Philippus hatte die entsprechenden Bibelstellen im AT in seinem Gedächtnis gespeichert und konnte dem Äthopier klar und eindeutig den Messias aus dem AT beweisen.

 

Das viele Teile in den synoptischen Evangelien gleich formuliert sind, weist darauf hin, dass es eine umfassende mündliche Tradition gab und die Geschichte von Jesus immer wieder in den Gemeinden von den Zeugen erzählt wurde. Matthäus definiert, wer ein Zeuge sein konnte. Apostelgeschichte 1, Vers 21: “Es muß nun von den Männern, die mit uns gegangen sind in all der Zeit, in welchen der Herr Jesus bei uns ein- und ausging, angefangen von der Taufe des Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns hinweg aufgenommen wurde - von diesen (muß) einer Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden.” Zeuge war jemand, der von Anfang an seit der Taufe Jesu dabeigewesen war. Dazu gehörten auch Matthäus, Markus und Johannes. Lukas sammelte alle Berichte der Zeugen und stellte sie zusammen. So ist er kein direkter Zeuge aber ein gewissenhafter Berichterstatter. Markus war der Erste, der sein Zeugnis niederschrieb.

 

Warum aber hat Jesus nicht sein eigenes Zeugnis niedergeschrieben? Johannes 5, Vers 31: “Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr.” Nach hebräischem Verständnis musste es mindestens zwei Zeugen geben, um eine Wahrheit zu etablieren. Jesus brauchte Zeugen, um alles wiederzugeben, was er gesagt und getan hatte.

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