Durfte eine jüdische Frau damals schon so frei über ihre Arbeitskraft und ihr Vermögen verfügen?

               Die Antwort dafür liegt im Alten Testament begründet. Schon in alttestamentlicher Zeit sind Abigail

               (1. Sam. 25, 18 ff) und die Frau von Schunem (2. Kön. 4, 8 ff) Beispiele dafür. Indem diese galiläi-

               schen Frauen die Tradition von Abigail und von der Schunemiterin aufnehmen, zeigen sie durch ihr

               Handeln, dass sie Jesus für den Propheten und Davidssohn, also den Messias, halten!

 

               Maria hatte eine besondere Heilung erfahren. Jesus hatte sie von sieben bösen Geistern befreit, die

               sie gequält, gepeinigt und gefangengenommen hatten. Maria empfand eine große Dankbarkeit in

               ihrem Herzen für Jesu Heilung. Seine große Liebe und sein Erbarmen veränderten ihr ganzes Leben

               und ließen Maria zu einer gläubigen, gebenden Nachfolgerin werden. Durch das, was Maria in ihrer

               Vergangenheit durchgemacht hatte, war sie möglicherweise mutiger und furchtloser geworden als die

               Männer. Sie sah bei der Kreuzigung zu, während die zwölf Jünger geflohen waren (Matth. 26, 56

               und Markus 14, 50).

 

               Was kann man zu Lukas 8, 1-3 zusammenfassend sagen? Jesus hatte auch weibliche Jünger wie   

               Maria von Magdala. Das stand in keinem Widerspruch zum Alten Testament, war jedoch neu in jener 

               Zeit unter jüdischen Lehrern (Rabbinen). Die Frauen lernten von Jesus, trachteten danach zu verstehen,

               bekannten sich zu ihm und verkündeten anderen davon. Diese Jüngerinnen stammten teilweise aus

               reichen und vornehmen Kreisen. Hier wird uns Auskunft über eine wichtige Geldquelle Jesu gegeben. 

               Die Frauen waren eine wesentliche Hilfe und leisteten finanzielle Unterstützung.

 

               Jesus, Gottes Sohn, begibt sich bewußt in Armut und Abhängigkeit, in der er von den Zuwendungen

               anderer lebt (vgl. Joh. 13, 29). Diese Abhängigkeit ist Teil der Selbstentäußerung, von der Phil. 2, 7

               spricht.

 

               Die Frau wird zweifellos gegenüber der damaligen jüdischen Sitte aufgewertet. Sie wird Jüngerin und

               Diakonin. Sie hat hier allerdings noch keinen Verkündigungsauftrag wie z.B. später Maria Magdalena

               in Joh. 20, 17-18 oder die unterweisende, den Weg Gottes auslegende Priszilla von Apg. 18, 26.

 

               Markus 15, 40-41

               40 Und es waren auch Frauen da, die von ferne zuschauten, unter ihnen Maria von Magdala und 

                    Maria, die Mutter Jakobus’ des Kleinen und des Joses, und Salome,

               41 die ihm nachgefolgt waren, als er in Galiläa war, und ihm gedient hatten, und viele andere Frauen,

                    die mit ihm hinauf nach Jerusalem gegangen waren.

 

               Matth. 27, 55-56, 61

               55 Und es waren viele Frauen da, die von ferne zusahen; die waren Jesus aus Galiläa nachgefolgt 

                    und hatten ihm gedient;

               56 unter ihnen war Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus und Josef, und die

                    Mutter der Söhne des Zebedäus.   

               61 Es waren aber dort Maria von Magdala und die andere Maria; die saßen dem Grab gegenüber.

 

               Matthäus bestätigt, dass die Frauen Jesus schon seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren. Sie               

               waren mit Jesus aus Galiläa gekommen und hatten dort sozusagen alles stehen und liegen und hinter

               sich gelassen (Markus 10, 29-30).

 

               Frauen galten in der damaligen Zeit nicht als vollwertige Zeugen. Dass Matthäus Frauen aufführt, zeigt

               die Wertschätzung der Frau in der neutestamentlichen Gemeinde. Matthäus nennt drei mit Namen,

               und vielleicht hat diese Zahl im Blick auf das Zeugenrecht in 5. Mose 19,15 Bedeutung.

 

               Der Mut, der Glaube und die Treue dieser Frauen steht im krassen Gegensatz zum Verhalten der       

               Jünger, die hier nicht einmal erwähnt werden. Die zuschauenden Frauen übertrafen auf jeden Fall die

               Jünger an Eifer und Hingabe. Die Evangelien zeigen unumwunden, wie tief die Jünger fielen, indem sie  

               Jesus in seinen schwersten Stunden verlassen haben und wie beängstigend sich die Weissagung Jesu

               von ihrem Anstoßnehmen erfüllte (vgl. Matth. 26,31). Das Neue Testament überrascht mit der Aus-

   

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